Dankbar auf Befehl?

Es gibt sie noch diese Eltern. Eltern die Sätze sagen, wie: "Wenn das jetzt wieder nicht klappt - da krachts." Schläge sind damit nicht gemeint, zumindest keine körperlichen Schläge. Sondern verbale Schläge. Beschimpfungen.Und alles nur, weil das Kind nicht dankbar auf Befehl sein konnte. Verständlich - man kann niemanden zu Dankbarkeit zwingen, man selber möchte schließlich auch frei entscheiden wann und wem gegenüber man dankbar ist. Es ist völlig ok, wenn das Kind abends äußert, dass es keinen Hunger hat und auch mal nichts isst. Das schadet einem Kind nicht sofort. Wenn ihm aber gesagt wird, dass es dankbar sein kann, dass es was zu Essen bekommt und sich nicht beschweren soll, das schadet dem Kind. Es fühlt sich nicht angenommen, nicht gehört. Es soll einfach funktionieren. Und im Anschluss soll das Kind sich fertig machen um ins Bett zu gehen. Mit kurzem Protest wird das getan - denn eigentlich wollte das Kind doch etwas essen. Jetzt fünf Minuten später bemerkt es, dass es doch Hunger hat. Was völlig ok ist. Genauso wenig wie man ein Kind zwingen kann dankbar zu sein, genauso wenig kann man ein Kind zwingen zu einer bestimmten Uhrzeit Appetit zu haben. Als Erwachsene ist uns das oft nicht bewusst. Wir können es verkraften, egal ob es 19 Uhr oder 20 Uhr etwas zu essen gibt. Der Protest des Kindes wird aber abgewimmelt, schließlich hatte es gesagt, dass es keinen Hunger hat. Dann wird ihm doch noch die Gelegenheit gegeben - ein kurzes Gespräch außerhalb der anderen die auch am Tisch sitzen. Das Kind soll sich bei allen entschuldigen, dass es so geschimpft hat. Ok, und warum jetzt bei allen? Warum nicht nur bei den Eltern? Nur die waren betroffen. Nur die haben Konsequenzen ausgesprochen und nur deshalb hat das Kind so reagiert. Wir möchten, dass Kinder zu verantwortungsvollen, beständigen Menschen werden. Wenn man aber selbst einmal so und einmal so reagiert, wie soll das Kind dann Beständigkeit erlernen?

22.3.16 19:33, kommentieren

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Du kannst heute noch nicht wissen, dass du deine Kinder später nicht schlägst!

... genau mit diesem Satz wurde ich konfrontiert und war sehr erschüttert. Auch wenn ich selber noch keine eigenen Kinder habe, kann ich mit Sicherheit sagen, dass für mich das Schlagen von Kindern eines der schlimmsten Dinge ist, die man seinem Kind antun kann. Ich kenne es aus der Generation meiner Eltern, dass es üblich war sein Kind mit Schlägen zu bestrafen. Je nach Fehlverhalten mit Hand/Gürtel o.ä. Auch ich musst dies erleben, habe meinen Eltern aber vergeben und halte ihnen dies nicht vor. Ich musste lernen mit dieser Erfahrung umzugehen - trotzdem möchte ich dies meinen Kindern nie antun! Um zu dem Satz aus dem Titel zu kommen: Ich habe an einem Seminar zum Thema Kindererziehung teilgenommen. Darauf möchte ich jetzt nicht genauer eingehen, aber während einer Pause kam es zu dem Thema "Kind(er) schlagen - Ja oder Nein?". Ich war in der kleinen Gesprächsrunde von 5 Personen die einzige (!) die das Schlagen des eigenen Kindes nicht toleriert! In der Runde waren drei Frauen, welche selber schon Kinder haben und diesen schon den ein oder anderen "Klaps" gegeben haben. Mit diesem Begriff wurde das Schlagen verharmlost und ich bin da sehr konsequent darauf eingegangen. Ich finde auch ein "Klaps", "Schubser" oder eine Ohrfeige sind alles erniedrigende Angriffe gegen das Kind. Jeder Mensch (und dazu zählt auch das eigene Kind!) hat ein Recht auf Unversehrtheit. Direkt in Artikel 2 Abs. 2 BGB zu finden: "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.[...]" und auch in §1631 Abs. 2 BGB "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig."Aber auch unabhängig davon das es gesetzlich verankert ist, sollte es für jeden Elternteil selbstverständlich sein, dass Kinder nicht geschlagen werden. Ob es nun das eigene oder ein anvertrautes Kind ist. In besagter Runde waren wir uns einig, dass anvertraute Kinder (z.B. beim Babysitten, Freizeitangeboten,....) keinen "Klaps" bekommen dürfen, aber warum dann das eigene Kind? Ich konnte es einfach nicht verstehen und habe besagte Frauen nach ihren Gründen gefragt. Mir wurde erklärt, dass man als Mutter in Situationen kommt in welchen man überfordert ist vom eigenen Kind/ eine Auszeit braucht/ nicht weiter weiß usw. und so ein Klaps doch nichts wäre. Und zusätzlich soll ich erst einmal selber Mutter werden, dann würde ich es nachvollziehen können. Dem habe ich vehement widersprochen! Ich möchte mein Kind nicht demütigen! Als ich mich mit diesem Thema im Nachhinein mehr beschäftigte wurde auch schnell die Dimension klar was es laut Strafgesetzbuch bedeutet: § 223 StGB Abs. 1 "Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." Eine Ermittlung wegen einer Ohrfeige gegenüber einem Kind wird in der Regel wegen geringer Schuld eingestellt. Aber es sollte für jede Mutter selbstverständlich sein, dass das Schlagen von Kinder extrem demütigend, erniedrigend und respektlos ist. Schlagen Kinder ihre Eltern wird diesen (mehr oder weniger) deutlich gemacht, dass dies unzulässig ist. Und deswegen liebe Eltern die ihre Kinder mit einem "Klaps" erziehen: Warum darf dein Kind dich nicht schlagen - du es aber schon? Mir wurde zusätzlich in oben beschriebener Situation von einem anwesenden Mann gesagt, dass er auch von einem Elternteil geschlagen wurde - davon aber keinen Schaden erleidet hat. Ist dies jetzt ein Grund, das eigene Kind zu schlagen? Nein! Ich bitte euch liebe Eltern: respektiert eure Kindern, denn auch sie sind eigenständige Menschen und verdienen es so behandelt zu werden.

18.2.16 19:22, kommentieren